Das psychisch kranke Gesetz

psychisch kranke

Im Zuge der Einführung des neuen PAG haben die führenden Köpfe der CSU gleich den nächsten Geniestreich parat: das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG). Psychisch Kranke sollen mithilfe dieses Gesetzes zukünftig besser stigmatisiert und kriminalisiert werden können. Eine phänomenale Idee also, ganz im Sinne des menschenfeindlichen CSU-Betonschädelkabinetts. Überhaupt wird man in letzter Zeit den Eindruck nicht los, als wolle die CSU das Land mit Macht in die dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte zurücktreiben. Das alles gab es nämlich schon einmal. Der gebildete Leser ahnt bereits wo und wann. Richtig, im Dritten Reich. Das kommt dabei heraus, wenn geschichtsvergessene Biedermänner, die jeglicher sozialen und fachlichen Kompetenz entbehren, Gesetze entwerfen.

Oder wenn psychisch Kranke, Gesetze für psychisch Kranke entwerfen. Die zwanghafte Rechtfertigung der eigenen Existenz, kombiniert mit pathologischer Profilierungssucht, scheint bei diesen sogenannten „Volksvertretern“ an oberster Stelle zu stehen. Alleine schon die Bezeichnung dieser morbiden Maßregel ist als dreiste Verhöhnung der potenziellen Opfer der gesetzlich legitimierten Diskriminierungskampagne anzusehen. Geholfen wird hier höchstens den widerwärtigen Interessen machtbesessener bayerischer Möchtegern-Diktatoren. Künftig soll jeder, der einmal zwangsweise in einer geschlossenen Psychiatrie behandelt wurde, wie ein Straftäter in einer sogenannten „Unterbringungsdatei“ geführt werden. Selbsterklärend sollen polizeiliche Behörden nach Gutdünken Zugriff auf diese obskure Datei erhalten. Und das selbst dann, wenn der Betreffende überhaupt nie straffällig geworden ist. Auch die Videoüberwachung von besuchenden Angehörigen steht als perverse Absurdität mit auf der Agenda.

Nirgends in Deutschland gibt es mehr psychisch Kranke als in Bayern

Bayern hat ohnehin mit Abstand die höchsten Unterbringungszahlen in ganz Deutschland vorzuweisen. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass in diesem Land eine Partei wie die CSU regiert. Während also der werte Ministerpräsent Söder versucht, in perfidester Weise dem Volk seine denaturierte Schöpfung aufzuzwingen, rühmt er sich vorne herum in gewohnt populistischer Manier mit der Einführung eines Kreuzzwangs in öffentlichen Gebäuden. Damit torpediert er ganz nebenbei auch noch die Grundsätze der Religionsfreiheit, verkauft dies aber als „kulturelle Prägung“. Ein wahrlich schlauer Fuchs, der Herr Söder. Hätte er anstatt einfachen Kreuzen die Verwendung von Hakenkreuzen vorgeschlagen, wäre dies als „Bekenntnis zur Identität“ im Sinne der CSU eindeutig treffender gewesen. Analog dazu sollte man noch vorschlagen, psychisch kranke Schutzhäftlinge zukünftig zum Tragen von schwarzen Dreiecken auf der Brust zu verpflichten. Das würde in etwa der digitalen Euthanasie des Persönlichkeitsrechts durch die Unterbringungsdatei entsprechen.

Immerhin regt sich Widerstand in der Bevölkerung und rund 80.000 Menschen haben die Petition gegen diesen Irrsinn bereits unterzeichnet. Die Petition betreffend Chicos Begnadigung erreichte in kürzerer Zeit das Dreifache an Stimmen. Aber verglichen mit der Einschläferung eines beißwütigen Hundes ist so ein Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz natürlich nebensächlich. Es betrifft ja nur Menschen. Und es kann nur jeden treffen.

Lesermeinung zum PsychKHG

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