Geifernde Eiferer

Eiferer

Das christlich-soziale Imperium schlägt zurück. Infolge der xenophoben und verabscheuungswürdigen Pläne der CSU, erfährt diese diabolische Partei immer stärkeren Gegenwind aus der Bevölkerung. Augenscheinlich will ein Großteil der Menschen weder im Dritten Reich, noch in einem Gottesstaat leben. Bemerkenswert ist nun vor allem die Reaktion der profilneurotischen CSU-Eiferer, betreffend jeglicher Form der Kritik. Gelinde gesagt, ist diese an mangelnder Contenance, Stümperhaftigkeit und Unprofessionalität kaum zu überbieten. Da darf man sich guten Gewissens die Frage stellen, auf welch unredliche Weise diese degoutanten Egozentriker sich ihre Ämter wohl erschlichen haben mögen. Während der bereits bekannte und hinreichend beschriebene Markus Söder impertinent leugnet, dass der von ihm anberaumte Kreuzzwang etwas mit Religion zu tun habe, diffamiert sein Mitstreiter und Namensvetter Markus Blume die Kritiker unverblümt als „unheilige Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern“.

Kontradiktorischer könnten die Aussagen dieser fanatischen Kreuzritter kaum sein. Generell scheint sich ausufernde Widersprüchlichkeit innerhalb der CSU immer mehr als vorherrschende Tugend zu behaupten. So behauptet der finstere Autokrat Joachim Herrmann unbeholfen, mit der Einführung des neuen PAG würde sich überhaupt nichts ändern. Unbeantwortet bleibt dabei die Frage, wozu dann überhaupt ein neues Gesetz notwendig ist. Anstatt sich sachlich mit deren Beantwortung auseinanderzusetzen, wird bauernhaft um sich getreten und zur Inquisition gegen die andersdenkenden Ketzer geblasen. Während Markus & Markus sich gegenseitig widersprechen, schafft der schauerliche Kerkermeister dies ganz ohne Unterstützung. Angesichts der Dreistigkeit des Stimmviehs, derart bizarre Konzepte zu hinterfragen, antwortet die CSU-Führung tiefstimmig, mit der stumpfen Polemik eines biergeschwängerten Neonazis am Wirtshaus-Stammtisch.

Die Eiferer offenbaren ihre paradoxe Weltanschauung

Absonderlich wird es umso mehr, wenn ein Demagoge seine Kritiker der Demagogie bezichtigt. Die Augen vor Wut leuchtend, die Halsschlagader deutlich hervortretend und der Geifer aus den Mundwinkeln tropfend, erwecken der Despot und seine christlichen Eiferer beim gesunden Menschen das Bedürfnis, umgehend einen Exorzisten herbeizurufen. Zu seiner eigenen Sicherheit sei diesem empfohlen, in jedem Fall ein Kruzifix mit sich führen. Eines kann man bereits jetzt mit Gewissheit konstatieren: Bürgernahe Politik und die Vertretung von Wählerinteressen sieht anders aus. Jeglicher Kritikfähigkeit entbehrend, wird geeifert und gegeifert was das Zeug hält. Am Ende wird das Volk selbst das Ruder in die Hand nehmen müssen, denn zu verantwortungsvoller und kompetenter Politik ist die derzeitige bayerische Regierung offensichtlich nicht in der Lage.

Der faktische Dialog mit dem Bürger scheint ihr fremd zu sein, viel mehr steht die rigorose Durchsetzung eigener Interessen im Vordergrund. Geltungsdrang und Ruhmsucht verfallen, bleibt zu hoffen, dass die CSU-Führung nicht eines Tages, als Haufen psychisch Kranker, ihren eigenen Gesetzen zum Opfer fällt. Auch eine „drohende Gefahr“ ließe sich im Angesicht der, aus dunklen Epochen stammenden, getätigten Äußerungen konstruieren. Interessant ist ebenfalls, dass sich zwischenzeitlich die Kirche selbst zu Wort gemeldet hat. Dort scheint man nicht gerade erbaut über die Tatsache zu sein, dass eine am rechten Rand nach Wählerstimmen fischende Partei, das religiöse Symbol der Christen auf pietätlose Weise für ihre frevelhaften Zwecke missbraucht. Es sieht ganz so aus, als würde den identitär verblendeten Politclowns von oberster Stelle die Grundlage ihres zelebrierten Fundamentalismus entzogen.

Unterstützer finden sich immer

Aber auch abseits der schwarzen Elite finden sich Eiferer, die in speichelleckerischer Manier ihren obrigkeitshörigen Schäfchenbrei zum Besten geben. Genannter Stein des Anstoßes ist der von Larmoyanz und Autoritätsschmeichelei durchzogene Artikel eines Redakteurs von Focus Online. Unter dem hochstaplerisch anmutenden Titel „Wahrheiten der Woche mit Josef Seitz“ werden die Gegner des neuen PAG pauschal als „Schwachköpfe“ verunglimpft. Phrasenhaft offenbart der Autor sinngemäß, dass er zum Schutze seines hart erarbeiteten Eigentums gerne eine massive Beschneidung seiner Grundrechte in Kauf nimmt. Dabei enthüllt er feierlich seine Unkenntnis über das bereits bestehende Gesetz, welches diese Funktion schon in vollem Umfang erfüllte, würde es nur richtig angewandt. Als Gipfel der Plattheit relativiert er die selbst noch angeführte Schwammigkeit des Begriffs der „drohenden Gefahr“ mit einem Vergleich, wie er hinkender kaum sein könnte.

Ein, aufgrund eines am Straßenrand stehenden Kindes, präventiv bremsender Autofahrer, wird als plakatives Fallbeispiel angeführt. Dass weder das Fahrzeug, noch der Fahrer dabei einen Schaden zu beklagen haben, verglichen mit der etwaigen zerstörten Existenz eines willkürlich inhaftierten Verdächtigen, scheint im Universum der abgeschmackten Journaille keine bedeutende Rolle zu spielen. Angesichts derart sorgloser schlichter Gemüter ist es nicht verwunderlich, wie eine CSU erst an die Macht gelangen konnte.

Welcher Eiferer ist der Schlimmste?

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