Der degenerative Kapitalismus

Kapitalismus

Der Kapitalismus ist gut. Der Kapitalismus hat uns Wohlstand und Fortschritt gebracht. Der westliche Kapitalismus hat nur ein gravierendes Problem: Er hat seinen Zenit längst überschritten. Er fußt auf Wachstum und Wachstum ist endlich. Das ist die unheilvolle und unausweichliche Schwäche dieses Systems. Deshalb versucht man, dieses kranke Ungetüm permanent mit künstlich erzeugtem Wachstum zu füttern und somit weiterhin zwanghaft am Leben zu erhalten. Die degenerierten Auswüchse dessen, nehmen immer groteskere Formen an. Abgesehen von der ständigen Neuschöpfung irgendwelcher Produkte, die niemand braucht, bedient man sich neuerdings auch ganz unverfroren in betrügerischem Ansinnen am Geldbeutel seiner Kunden.

So rückt einmal mehr die ohnehin für ihre ständigen Betrügereien bereits bekannte Autoindustrie ins Scheinwerferlicht des investigativen Journalismus. Diesmal hat man die Kunden allerdings nicht mit gefälschten Abgaswerten beschissen, sondern ihnen mittels maßlos überteuerter Ersatzteilpreise das Geld aus der Tasche gezogen. Eine Form des legalen Betrugs, ganz im Sinne des Kapitalismus. 2,6 Milliarden Euro soll diese Masche den Konzernen zusätzlich in die Tasche gespült haben. Denn irgendwo muss das artifiziell (de)generierte Wachstum ja herkommen. Warum also nicht da ansetzen, wo es für denjenigen, der auf seinen fahrbaren Untersatz angewiesen ist, früher oder später kein Entrinnen gibt. Die eigene Vormachtstellung wird gewissenlos ausgenutzt und das arme Schwein, welches als Normalverdiener eine Werkstatt aufsuchen muss, verliert unweigerlich sein letztes Hemd.

Als Gipfel der Perversion ließ man über eine Beratungsfirma eine spezielle Software entwickeln, mithilfe derer die Wucherpreise für die Teile willkürlich in widersinnige Höhen getrieben wurden. Das Maß an eingesetzter krimineller Energie spottet jeder Beschreibung und kann ohne schlechtes Gewissen mit dem organisierten Verbrechen gleichgesetzt werden. Denn wie auch beim organisierten Verbrechen wird man von staatlicher Seite als stiller Partizipant bestenfalls ein paar fadenscheinige und im Sande verlaufende Pseudo-Ermittlungen einleiten. An anderer Stelle konzentriert man sich mehr darauf, die Lebenszyklen für ohnehin nutzlose und überteuerte Produkte weiter mit allen verfügbaren Mitteln zu verkürzen.

Zeitlich stark limitierter Herstellersupport, nicht wechselbare Ersatzteile, boshaft verklebte Akkus und vor dümmlicher Arroganz triefende Mitarbeiter, runden das Gesamtbild ab. Apple, der wohl bekannteste Hersteller von überflüssigem Designerschrott, versucht, seine Kunden seit Jahren auf diese Weise zu schädigen. Das pervertierte Endzeit-Kapitialismus-Konstrukt baut bekanntlich seine gesamte Geschäftsstrategie auf dieser Basis auf. Kein Wunder also, dass es zum „wertvollsten Unternehmen der Welt“ gekürt wurde. Nicht, wer fair und nachhaltig wirtschaftet, hat in diesem kranken System die besten Karten. Stattdessen derjenige, der Scheiße ohne jeglichen Mehrwert möglichst billig und menschenunwürdig produzieren lässt und anschließend mit horrenden Margen an seine Kundschaft verhökert.

Schuld ist natürlich das geistig beschränkte Konsumverhalten der Menschen. Wer ein Mindestmaß an Gehirnmasse besitzt, sowie rudimentäres wirtschaftliches und technisches Verständnis vorweisen kann, der wird ein Produkt aus dem Hause Apple niemals kaufen. Daran erkennt man, dass der marodierende und grenzenlose Wachstums-Kapitalismus am meisten von den Dummen profitiert. Würden die Menschen endlich einsehen, dass niemand solche degenerierten Schöpfungen benötigt, bräuchte auch niemand mehr überteuerte und laufzeitgebundene Handyverträge abzuschließen, um sich selbst mit dem neuesten iSchund aufzuwerten. Und das nur, um sich hinterher damit rühmen zu können, das Schnäppchen seines Lebens gemacht zu haben, weil man nur 900 Euro Aufpreis für ein Handy bezahlt hat, welches in der Herstellung nicht einmal einen müden Fünfziger kostet.

Falls dann mal etwas an dem Appleschrott kaputt gehen sollte, darf sich der Kunde auf einen Besuch bei der sogenannten „Genius Bar“ freuen. Alleine die Bezeichnung offenbart die pure Selbstherrlichkeit dieses unsäglichen Konzerns. Was genau daran „genius“ sein soll, wenn einem ein paar spätpubertiernde Vollidioten, die nicht einmal im Ansatz wissen wie ein Computer funktioniert, erklären, dass man sein vier Jahre altes Macbook wegwerfen kann, weil es weder Support noch Ersatzteile gibt, bleibt wohl ein ewiges Geheimnis dieser Sekte. Geschuldet ist dies dem gestörten Applekult, mithilfe dessen man die Kundschaft über Jahrzehnte hinweg indoktriniert hat. Die Gehirnwäsche sitzt derart tief, dass der devote Kunde sich, nachdem Apple ihm eben noch ins Gesicht gespuckt hat, für sehr viel Geld ein neues Macbook kaufen wird.

Treffender wäre es daher, die „Genius Bar“ in Genital Bar umzubenennen. Nachdem ihm an der Genital Bar mehrfach der Phallus eines überheblichen Schwachkopfs ins Gesicht geklatscht wurde, hält das masochistisch veranlagte Schaf unterwürfig die andere Wange hin und öffnet seinen Geldbeutel, dem Apple-Gott Steve Jobs stets huldigend. Wer wider besseren Wissens ein Apple-Produkt kauft, ist entweder geistig zurückgeblieben, eine absolute technische Null, hat zu viel Geld oder ist schlichtweg ein kranker Fanatiker.

Ähnlich einem Würgereiz wird vonseiten der lobbygesteuerten Politik stets darauf verwiesen, wie wichtig solche Firmen doch seien und wie viele Arbeitsplätze sie doch schüfen. In Wahrheit fördern diese Unternehmen jedoch nur die weitere Ungleichverteilung des Vermögens, die permanent steigende Verschuldung von Privathaushalten und die Aufrechterhaltung menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen. Gerade die Autoindustrie zählt als einer der wichtigsten Arbeitgeber in Deutschland. Deshalb pumpt man in Krisenzeiten sogar noch Milliarden von Steuergeldern in derartige kriminelle Konglomerate, anstatt sie verenden zu lassen oder endlich zu zerschlagen.

Den gesamten übel riechenden Sumpf, eines im Grunde nicht mehr lebensfähigen Wirtschaftsmodells, sollte man nach und nach austrocknen lassen. Dann würde man nämlich sehen, dass sich stinkende Exkremente bestens als Dünger eignen, um Neues auf ihnen gedeihen zu lassen. Vielleicht gäbe es dann mehr rechtschaffene Unternehmen, die ihre Kunden nicht nach Strich und Faden betrügen, ihre Arbeiter wie willenloses Vieh behandeln und die Politik skrupellos durch intensive Lobbyarbeit beeinflussen.

Autoindustrie, Apple & Co.

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