Die Blödheit deutscher Autofahrer

Autofahrer

Deutschland, Industrienation und Autoland Nummer Eins. An keinem anderen Ort steht die Macht der Autolobby über der der Regierung. Nirgends auf der Welt wird dem fahrbaren Untersatz mehr Bedeutung beigemessen als hierzulande. Die persönliche Mobilität des Individuums steht über allem. Des Fahrens sind allerdings nur ausgesprochen wenige mächtig. Zwei Jahrzehnte Erfahrung als Fahrzeugführer auf deutschen Straßen, lassen mich den Anteil fähiger Autofahrer auf weniger als ein Prozent schätzen. Dabei könnte es so einfach sein, würde sich nur jeder an die Verkehrsregeln halten und beim Fahren mal die Augen aufsperren. Sofern er noch etwas sieht.

Auf der Autobahn geht es nur zäh voran und bald habe ich den Schuldigen ausgemacht. Ein Vierzigtonner blockiert mit einem langwierigen Überholmanöver die Mittelspur. So ein Elefantenrennen bei Schnee und Eis hat etwas für sich und lässt mich erahnen, was für ein armes Schwein so ein Fernfahrer wohl sein muss. Nachdem ich den Lkw endlich passiert habe, geht es etwas schneller voran, da nun immerhin zwei von drei Spuren nutzbar sind. Mit knapp hundert Sachen bewege ich mich auf der linken Spur am Limit, wer schneller fährt bei dieser Witterung, muss lebensmüde sein oder hat schlicht den Verstand verloren.

Es dauert nicht lange, bis mir der erste Transporter im Heck hängt, der Fahrer sich in selbstüberschätzender Wichtigkeit aalend. Der Stereotype eines unterbelichteten Handwerkers, der der Welt beweisen muss, dass man mit einem Lieferwagen genau so schnell ist, wie mit einem Porsche. Als Klügerer gebe ich selbstverständlich nach und wechsle auf die Mittelspur. Von dort aus beobachte ich seinen Überholversuch, den er schließlich schlingernd abbricht, während sein übersteigertes Selbstbewusstsein beinahe ein Ende in der Leitplanke findet. Vom Resultat seines Übermuts geläutert, schert er reumütig hinter mir ein.

Hierbei handelt es sich nur um eines von vielen traurigen Beispielen, welches die Inkompetenz deutscher Autofahrer unverblümt offenbart. In Deutschland ist alles streng reglementiert. Für fast alles braucht man eine Genehmigung oder einen Schein. Bei der Vergabe von Fahrerlaubnissen gibt man sich allerdings lasch. Es macht geradezu den Eindruck, als würde man jedem, bei dem eine Form von Schwachsinn diagnostiziert wurde, einen Führerschein schenken. Natürlich lassen sich die deutschen Autofahrer in mehrere Gruppen unterteilen. Die Häufigsten möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten:

Der obrigkeitshörige Autofahrer

Er würde es niemals wagen, gegen irgendeine Art von Regel zu verstoßen. Verkehrszeichen sind die uneingeschränkten Herren über seinen Verstand. Geschwindigkeiten werden exakt eingehalten, im Zweifelsfall fährt man langsamer. Begriffe wie Messtoleranz und Tachoabweichung kennt er nicht, denn das würde seinen begrenzten Horizont sprengen. Sobald er in der Ferne eine grüne Ampel erspäht, geht er bereits vom Gas, in der Hoffnung sie möge endlich auf Gelb umschalten, damit der Obrigkeitshörigkeit umgehend genüge getan werden kann. Wenn er dabei auch noch anderen Autofahrern die Zeit stehlen kann, dann hat er sein höchstes Ziel erreicht. Sobald er ein Blaulicht oder Martinshorn vernimmt, wird reflexartig in die Bremse gestiefelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Rettungsfahrzeug lediglich im Gegenverkehr vorüberzieht.

Sollte ihm ein Streifenfahrzeug der Verkehrspolizei begegnen, schaltet das ohnehin im Sparmodus laufende Gehirn dieses Autofahrers vollständig ab. Pedal to the metal gilt bei ihm ausschließlich für das Bremspedal. Selbst bei der Fahrt bergab steht er permanent in der Bremse, aus Angst, er könne einen Kilometer pro Stunde zu schnell werden. Das Fahrzeug mit der Motorbremse rollen zu lassen, ist ihm völlig fremd. Er glaubt verbissen an die Unfehlbarkeit von Gesetz und Rechtsstaat. Vermutlich hat man ihm als Kind auch eingetrichtert, dass man als ehrlich arbeitender Angestellter finanziellen Reichtum erlangen könne. Und der Weihnachtsmann kommt dieses Jahr schon zu Ostern.

Bevorzugte Fahrzeuge: Mercedes Benz A- und B-Klasse, VW Golf insbesondere Golf Plus, VW Touran, diverse japanische Kleinwagen.

Die ängstliche Fahrerin

Schlicht und ergreifend ist dieser Typ Autofahrer(in) mit dem Straßenverkehr überfordert. Beide Hände sind fest in das Lenkrad verkrampft und das Gesicht befindet sich etwa zehn Zentimeter vor der Scheibe. Zitternd vor Angst und grundsätzlich im Schleichmodus bahnt sich die Ängstliche ihren Weg. Beim Passieren einer Kurve wird das Fahrzeug beinahe auf Schrittgeschwindigkeit heruntergebremst. Da sie mehr mit sich selbst als mit dem Verkehr um sie herum beschäftigt ist, gilt sie als potenzielle Unfallverursacherin. Gerne werden im Eifer auch vorfahrtsberechtigte Fahrzeuge übersehen. Die Suche nach einem Parkplatz und das anschließende Rangieren bringen sie an ihre Grenzen. Ihr größter Albtraum ist jedoch der Beschleunigungsstreifen.

Anstatt das Gaspedal zu betätigen um zügig in die Autobahn einzufahren, wird das Fahrzeug erst einmal bis zum Stillstand abgebremst, weil in einem Kilometer Entfernung ein Lkw naht. Der nachfolgende Verkehr wird somit rücksichtslos behindert. Sollte es jemand wagen zu hupen, sind Tränen und Trauma vorprogrammiert.

Bevorzugte Fahrzeuge: VW Polo, Mini, diverse Kleinwagen von Fiat, diverse japanische Kleinwagen.

Der Mittelstandsraser

Dieser Autofahrer ist der treibende Wirtschaftsmotor. Das denkt er zumindest. Seine Durchschnittskarre hat er sich vom Mund abgespart oder sie ist bestenfalls geleast. Gegen alle anderen aufbegehrend, will er immer ganz vorne mit dabei sein. Er glaubt ernsthaft, in einem Sportwagen zu sitzen, aber ist in der Realität natürlich weit davon entfernt. Stolz darauf, wie sparsam sein Diesel doch ist, muss die Kiste pro Autobahnfahrt mindestens einmal zwanghaft auf 200 geprügelt werden. Wer dabei im Wege steht, wird bedrängt, genötigt und rechts überholt. Da er grundsätzlich in Eile ist, schert er sich nicht weiter um irgendwelche Verkehrsregeln. Auch für ein vermeintliches Kräftemessen ist er immer zu haben. Ein zügig beschleunigendes Fahrzeug wird sofort als Rivale erkannt und dessen Fahrer muss umgehend in seine Schranken verwiesen werden. Da zeigt er der Welt gerne mal, was in seinem popeligen Baukastenmotor steckt. Oder auch nicht.

Bevorzugte Fahrzeuge: Skoda Oktavia (RS), VW Passat, Audi A4, Golf GTD

Der aggressive Rentner

Über jegliche Kritik erhaben, lebt er ganz in seiner eigenen Welt. Gesetze und Regeln braucht er nicht, denn er selbst ist schließlich das Gesetz. Er kommt nicht umhin, allen anderen seine selbst erdachten Regeln aufzuzwingen. Wehe dem, der sich ihm widersetzt oder ihn auf etwaiges Fehlverhalten aufmerksam macht. Der kann sein blaues Wunder erleben. Auf Landstraßen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung bringt er es maximal auf 69 Km/h. Wenn es jemand wagt, ihn zu überholen, wird dies sofort als massive Provokation verstanden. In schweren Fällen kann es passieren, dass er versucht, durch spontanes Gasgeben den Überholvorgang zu verhindern und seinen Kontrahenten somit zu maßregeln. Glücklicherweise gelingt ihm dies in den seltensten Fällen und somit ist er auf die Lichthupe und wildes Gestikulieren in Verbindung mit beleidigenden Handgesten angewiesen.

Seine Sozialkompetenz entspricht in etwa der eines ausgehungerten und angeschossenen Primaten. Wenn sich die Gelegenheit bietet, ist er auch Handgreiflichkeiten keinesfalls abgeneigt. Sollte er dabei den Kürzeren ziehen, kann man ja im Anschluss immer noch die Polizei rufen. Man ist schließlich im Recht und das ausnahmslos.

Bevorzugte Fahrzeuge: alle Modelle von Mercedes Benz, ältere Modelle von BMW, japanische Mittelklassewagen, diverse Stadtgeländewagen, VW Golf Plus.

Der Prolet

Der fahrbare Untersatz ist sein ganzer Stolz, denn dafür lebt er. Seine größte Sorge ist stets, dass sein geliebtes Auto einen Kratzer abbekommen oder nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten könnte. Der Lack und die Felgen sind stets auf Hochglanz poliert. Natürlich darf der sportliche Klang aus dem werksmäßigen Prollpaket nicht fehlen, schließlich muss man seine Mitmenschen ja gebührend am eigenen Mikrokosmos teilhaben lassen. Die Wochenenden verbringt er oft in der Waschanlage. Gerne lässt er die Muskeln spielen und ein Kräftemessen auszuschlagen, wäre gegen seine Natur. Wenn man neben ihm an der Ampel steht, dann reicht ein kurzes Spiel mit dem Gaspedal aus, damit er Bescheid weiß. Er wird um jeden Preis zeigen, was sein Aggregat so alles kann. Auch sonst wird er jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um sich zu profilieren.

Seine Reaktion auf fremde Beschleunigungsmanöver gleicht der des Mittelstandsrasers. Auf Parkplätzen oder in Parkhäusern belegt er gerne gleich zwei Lücken, aus Angst, es könne sich eine fremde Autotür in seinem Heiligtum verewigen.

Bevorzugte Fahrzeuge: Alle Modelle von BMW, Golf GTI

Der Bastelproll

Im Grunde ist der Bastelproll die erweiterte Form des Proleten. Denn während sich dieser mit den werksmäßigen Eigenschaften seines Stolzes begnügt, legt der Bastler selbst Hand an. Sein größter Feind ist der TÜV-Prüfer, denn dieser stellt stets eine Gefährdung für die teils grotesken Umbauten am Fahrzeug dar. Selbsterklärend hält sich der Bastler auch für einen Rallypiloten. Das liegt vermutlich daran, dass er noch nie bei einer Rallye zugegen war und auch sonst keine Ahnung vom Rennsport hat. Denn spätestens wenn ein Bahnübergang oder der erste Gullydeckel naht, wird aus Angst um die Plastikschürze nur noch Schrittgeschwindigkeit gefahren und der sportliche Gedanke löst sich schnell in Wohlgefallen auf. Die von Ingenieuren entwickelten und durch jahrelange Erfahrung durchdachten Leistungen des Serienfahrzeugs gezielt zu verschlechtern, ist sein wahres Talent.

Mittels Tieferlegung, überdimensionierten Rädern, Breitbau und ausgeräumter Auspuffanlage wird die Kiste bis zur Unfahrbarkeit getrimmt, der Verschleiß und die Unwirtschaftlichkeit im Gegenzug multipliziert. Oft wird dann das Argument der Freude am Tuning als Ausrede angeführt. Ein hilfloser Erklärungsversuch, der nur von einem unterentwickelten Verstand zeugt. Wenn der Bastler auf einen Proleten trifft, dann kommt es gelegentlich auch mal zu einem Straßenrennen. Dass es hier in der Vergangenheit bereits häufig zu schweren Unfällen mit Toten und Verletzten kam, tut dem Spaß keinen Abbruch. Zudem leidet er unter seinem völlig übersteigerten Geltungsbedürfnis. Fehlt ihm doch im Leben jegliche Anerkennung, so lässt er im Sommer vor der Eisdiele gerne mal die Reifen quietschen oder zeigt, was die Bassrolle im Kofferraum so alles kann.

Fehlende Intelligenz und mangelnde Bildung werden bei diesem Autofahrer einfach durch Dezibel und das Belästigen von Mitmenschen kompensiert.

Bevorzugte Fahrzeuge: alle Modelle aus dem Volkswagenkonzern, japanische Möchtegernsportwagen.

Der Raser

Ein Klassiker unter den deutschen Autofahrern. Sobald er den Zündschlüssel umgedreht hat, sind sämtliche Funktionen des Großhirns automatisch abgeschaltet. Der Raser hat Stress im Beruf und Stress zuhause bei der Ehefrau. Für sportliche Aktivitäten fehlt ihm die Zeit. Oft kommen Potenzprobleme oder körperliche Gebrechen erschwerend hinzu. Am Steuer hat er endlich die Möglichkeit, das alles zu kompensieren. Strafen fürchtet er nicht und er kennt keine Gnade. Wer ihm im Weg steht, wird unbarmherzig mit der Lichthupe und ungewollter Nähe bedrängt, denn die linke Spur gehört ausschließlich ihm. Sein Gaspedal kennt nur das Bodenblech. Nachdem er seine Amokfahrt beendet hat, kann er sich selbstverständlich an nichts mehr erinnern.

Bevorzugte Fahrzeuge: Oberklasselimousinen aus dem Hause Mercedes, Audi oder BMW.

Der Kriecher

Mit die am häufigsten anzutreffende Gattung deutscher Autofahrer. Alternative Bezeichnungen sind Schleicher, Sonntagsfahrer oder Schnarchzapfen. Oftmals handelt es sich um halb blinde Greise, die mit ihrem Wagen völlig orientierungslos über die Straße irren. Der obligatorische Tritt in die Bremse erfolgt turnusmäßig. Ein beliebtes Erkennungszeichen sind ein Hut oder ein Wacheldackel auf der Hutablage. Den Führerschein abzugeben wäre bereits vor mehr als einem Jahrzehnt überfällig gewesen. Der Gesetzgeber gibt sich auch hier gnädig und solange man darf, fährt man auch, als tickende Zeitbombe und ohne Rücksicht auf Verluste. Aber auch verängstigte Hausfrauen können zu dieser Art gehören. Anderen die Zeit zu stehlen ist ihre wahre Qualität, das ist ihnen allen gemein. Durch ihre rücksichtslos behindernde Fahrweise nötigen sie andere Autofahrer oft zu riskanten Überholmanövern.

Sie sind die größten potenziellen Unfallverursacher. Da kann nicht mal ein Fahranfänger mithalten, der mit Vaters Porsche 911 Turbo eine Spritztour unternimmt. Auf der Autobahn nimmt man sie oft als notorische Mittelspurschleicher oder Geisterfahrer wahr.

Bevorzugte Fahrzeuge: Mercedes Benz A- und B-Klasse, VW Golf Plus, alle Arten von Stadtgeländewagen.

Der fliegende Transporter

Er steuert einen schweren Lastesel, denkt jedoch, er sei Walter Röhrl am Steuer eines Ur-Quattros. Grundsätzlich unter Zeitdruck, bewegt er sein Transportmittel am Limit. Selbst wenn dabei mal ein Teil der Ladung verloren geht – halb so schlimm. Mit Verlusten muss gerechnet werden und Schwund ist schließlich überall. Hauptsache man hat dem Fahrer des 5er BMW noch schnell gezeigt, wo der Hammer hängt. Stolz rühmt man sich beim Frühschoppen oder am Stammtisch damit, dass der Pritschenwagen fast 200 läuft. Die versucht man natürlich auch bei jeder Witterung zu erreichen. Dass die Bremseinlage eines solchen Gefährts spätestens bei 120 am Limit ist, spielt dabei keine Rolle. Die paar Toten, falls man mal in ein Stauende kracht, kann man schon verschmerzen. Aber auch Familienväter, die aus Platzgründen einen Bus anschaffen mussten, lassen gerne mal die Sau raus und können guten Gewissens zu dieser Kategorie gezählt werden.

Bevorzugte Fahrzeuge: Mercedes Sprinter, VW Crafter, VW Transporter, Iveco Daily

Der Anhänger-Autofahrer

Eine ganz besondere Sorte Autofahrer, die hier nicht fehlen darf. Kein Mensch weiß, was sie eigentlich in ihren Anhängern transportieren, und würde man sie fragen, wüssten sie selbst keine Antwort darauf. Gerne lauern sie auf Landstraßen an Einmündungen, um dann schnell vor einem rauszuziehen und die daraus resultierende Behinderung maximal auszukosten. Spätestens bei der ersten Steigung gehts dann nur noch im Schritttempo vorwärts. Oft ziehen sie kilometerlange Autoschlangen hinter sich her, da sie bei der Auswahl ihrer Strecken, ein bewusstes Augenmerk auf ein maximales Fehlen an Überholmöglichkeiten legen. An einer Haltebucht rechts ranzufahren, um ein paar leidende Verkehrsteilnehmer passieren zu lassen, würde ein Mindestmaß an Rücksichtnahme und sozialer Kompetenz erfordern, was freilich nicht gegeben ist.

Die übelste Sorte derer sind jedoch die Fahrer mit ihren Pferdeanhängern, die zu unmöglichsten Zeiten ihre Gäule auf der Landstraße spazierenfahren. Hierbei empfiehlt es sich, während eines erfolgreichen Überholvorgangs einmal kräftig auf die Hupe zu drücken und sich anschließend am Gedanken des panisch austretenden Kleppers zu erfreuen.

Bevorzugte Fahrzeuge: Alles was zu untermotorisiert ist, um einen Anhänger zu ziehen.

Der gediegene Bonze

Souverän gleitet dieser Autofahrer mit Vehikeln durch die Gegend, die sich sonst keiner leisten kann. Er zeigt was er hat, natürlich nur bei schönstem Wetter. Eigentlich hat er kein konkretes Ziel, außer vielleicht ein gehobenes Etablissement für das sonntägliche Vergnügen. Als Privatier ist ihm selbstverständlich keine Eile geboten. Sein Können beschränkt sich auf das Ausstrahlen von purer Dekadenz. Etwaige Kräftemessen spielen für ihn kaum eine Rolle, denn es reicht ihm zu wissen, was er unter der Haube hat. Gelegentlich kann es passieren, dass er ins Visier eines sich selbst überschätzenden Mittelstandsrasers oder Bastelprolls gerät. Das kostet ihn allerdings nicht mehr, als ein müdes Lächeln. Sollte er tatsächlich einmal ins Gaspedal treten, werden die mitleiderregenden Konkurrenten vernichtend auf den Boden der Tatsachen befördert. Der Spritverbrauch ist da natürlich nebensächlich.

Bevorzugte Fahrzeuge: Lamborghini, Ferrari, Aston Martin, Porsche 918 Spyder, Porsche GT3 RS, Mercedes SLR Stirling Moss

Die SUV-Fahrerin

Eine in den letzten Jahren verstärkt auftretende Plage. Mit viel Geschick ist es ihr gelungen, einen Blöden zu finden, der sie heiratet und fortan ihr Leben finanziert. Dazu gehört natürlich die obligatorische Anschaffung eines SUV. Als Zweitwagen nur für die Frau versteht sich, denn sie braucht ja etwas, um zum nächsten Supermarkt zu gelangen. Dort angekommen, wird es mit dem Einparken allerdings schwierig. Aufgrund des fahrerischen Unvermögens und den überdimensionierten Abmaßen der Kiste, ist das Desaster vorprogrammiert. Kein Problem, denn notfalls blockiert man einfach drei Parklücken oder man stellt die Karre kurzerhand auf einem Behindertenparkplatz ab. Man will ja schließlich nicht zu weit laufen, da kann man von den Behinderten schon mal etwas Rücksicht erwarten. Auch die erhöhte Sitzposition und das viele Blech des tonnenschweren Spritschluckers sind von Vorteil.

Falls man mal handyspielend oder sich schminkend in den Gegenverkehr kracht, bleiben Mutti und die Kinder wenigstens heil. Für den Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung macht der Gemahl dann gerne den Geldbeutel auf, und dank Vollkasko gibts gleich noch das neueste Faceliftmodell obendrauf.

Bevorzugte Fahrzeuge: Porsche Cayenne, Mercedes M-Klasse, BMW X3-X6, Audi Q3-Q7, Volvo XC60, Hyundai Tucson, Nissan Quasqai, Ford Kuga

Deutsche Autofahrer: Fazit

Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die Blödheit deutscher Autofahrer, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Adalbert Zweistein

Was bei trockener Straße vielleicht noch halbwegs, unter dem Einsatz von viel Geduld und Nerven zu funktionieren vermag, endet spätestens, wenn die erste Schneeflocke fällt.

Bereits als ich den Rollladen hochziehe, offenbart sich mir das Unheil. Der Schnee ist bis ins Tal gefallen und es rieselt noch immer. Alleine um von meinem Wohnort aus zur Autobahn zu gelangen, benötige ich an diesem Tag fünfundzwanzig anstatt der üblichen fünf Minuten. Auf der Straße liegen geschätzt zwei Zentimeter Schnee, doch das reicht bereits, um den Verkehr beinahe vollständig zum Erliegen zu bringen. In Schrittgeschwindigkeit wälzt sich die Blechlawine durch den Ort. Wie jedes Jahr, kommt der Winter völlig überraschend und trifft die Unwissenden mit voller Härte, als wäre es eine gänzlich neue Erfahrung.

Aber woher sollen es die dummen deutschen Autofahrer auch besser können. In der Fahrschule lernt man vieles, Autofahren gehört jedoch nicht dazu. Dort bekommt man höchstens gezeigt, wie man ein Industriegebiet als Verkehrs-Übungsplatz missbraucht, in der Ortschaft maximal 40 fährt oder sich falsch im zweispurigen Kreisel einordnet. Da ist es in den meisten Fällen doch besser, man lässt gleich den Hund fahren.

Daher lebe ich getreu dem Motto: Die besten Meter sind die, die ich nicht fahren muss.

Themenverwandt: Der deutsche Stau-Irrsinn und seine Ursachen

Weiterführender Link zum Thema: Wut am Steuer

Die Blödheit deutscher Autofahrer

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