Marken, die die Welt nicht braucht

Marken

Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, hat keine Zukunft. Sein treibender Motor ist Wachstum und das ist nun einmal endlich. Das ist eigentlich keine neue Erkenntnis und hat auch nichts mit sozialistischer Propaganda zu tun, sondern eher mit logischem Denkvermögen. Seit Jahren versucht man, diesen aufgeblähten und krankenden Moloch künstlich am Leben zu erhalten, in dem man laufend Produkte auf den Markt wirft, die niemand braucht. Marken ohne jeden Nutz- und Mehrwert, um die herum man teils gigantische Marketingmaschinerien aufgebaut hat, mit dem Zweck, nichts als pervertiertes Wachstum zu generieren. Wenn der Konsument bereits alles hat, dann müssen eben neue Bedürfnisse aus der Retorte geschaffen werden. Die daraus hervorgehenden Erzeugnisse dienen lediglich dem Selbstzweck und sind in etwa so sinnvoll wie eine Tablette Viagra in den Händen eines zölibatär lebenden katholischen Priesters. Den Schlimmsten davon, möchte ich mich heute hier widmen.

Meine persönliche Top 5 der überflüssigen Marken:

Apple

Ein Milliardenkonzern, dessen Gründer Steve Jobs, ein überaus unglückseliges Schicksal, inzwischen verstorben ist. Apple-Kunden sind grundsätzlich davon überzeugt, dass sie das Beste gekauft haben, was auf dem Markt verfügbar ist. In der Realität sind sie aber nur auf einen gigantischen Marketingschwindel hereingefallen und haben viel Geld für überteuerten Technikschrott ausgegeben. Das liegt mit unter daran, dass die selbstherrliche Marke innerhalb des letzten Jahrzehnts einen extremen Hype erlebt hat. Allerdings ist das alles nur heiße Luft. Unterdimensionierte Batterieleistung, obsolote Prozessoren, kein erweiterbarer Speicher, überladenes Betriebssystem; überlegene Technik sieht anders aus. Irrwitzigerweise halten sich die Kunden auch noch für technikaffin, wenn sie mit dem Finger in wichtigtuerischer Manier über den Touchscreen ihres iPhones wischen.

Über platzende Akkus, kochende Notebooks, fehlerhaft ausgelieferte Produkte, hardwarezerstörende Updates und miserablen Service sieht man großzügig hinweg, schließlich muss dem Apfelgott unterwürfig gehuldigt werden. Auch mangelnde Kompatibilität, nonexistente Nutzerfreiheit, geklaute Patente und menschenverachtende Produktionsbedingungen scheinen für den hörigen Jünger keine große Rolle zu spielen. Deshalb lässt man sich auch gerne veraltete und minderwertige Technik als neueste Innovation andrehen. Sobald die Plunderfabrik ein neues Produkt absondert, greift automatisch der antrainierte Kaufreflex. Bereitwillig wird für ein chices Design und den Aufdruck eines angebissenen Apfels eine Menge Schotter hingeblättert, während man bei anderen Herstellern vergleichbare Geräte mit mehr Features und aktuellerer Technik, zu einem Drittel vom Preis bekommt.

Aber als Anhänger dieses Kults lässt man sich eben gerne für blöd verkaufen und ist obendrein sogar noch stolz darauf. Natürlich macht es keinen Sinn, zu versuchen, Apple-Nutzer auf ihren Irrglauben hinzuweisen. Das wäre, als würde man einem Dementen versuchen zu erklären, dass er dement ist. Auf gezielte Nachfrage kann einem erstaunlicherweise niemand den Mehrwert eines Apple-Produkts plausibel darlegen. Stattdessen verliert man sich infantil stammelnd in einem Geflecht von ungerechtfertigter Lobhudelei, die in peinlicher Weise von technischer Unbedarftheit und ökonomischer Inkompetenz zeugt. Und so läuft die Marketingmaschinerie munter weiter, da sich aufgrund des sinkenden Durchschnitts-IQs der Menschheit, auch in Zukunft genug Blöde finden werden, die diesen Müll kaufen. Alles in allem eine Marke, ohne die die Welt keinen deut ärmer wäre; im Gegenteil.

Mini

Eine britische Automarke, die, wie der Name bereits vermuten lässt, einst kleine wendige Flitzer gebaut hat und seit dem Jahr 1994 zu BMW gehört. Wenn man sich allerdings ansieht, was zwischenzeitlich aus dem Mini geworden ist, dann könnte der Name dieser Marke kaum deplatzierter sein. Mittlerweile ist die Kiste so groß wie ein aktueller VW Golf. Die Bezeichnung „Mini“ ist daher absolut irreführend und hat nichts mehr mit dem ursprünglichen Alleinstellungsmerkmal gemein. Man sollte den Konzern dahingehend verklagen, den Namen in „Maxi“ umtaufen zu müssen, da es sich sonst, zumindest aus meiner Sicht, um eine unwahre Werbeaussage und somit um unlauteren Wettbewerb handelt. Nur gut, dass sich deutsche Autohersteller so ziemlich alles erlauben können. Die Käuferinnen hält das natürlich nicht ab, sich trotzdem solch eine Karre anzuschaffen und dafür auch noch exorbitante Preise zu bezahlen.

Im Normalfall blecht ohnehin der gut betuchte Vater, der seiner kleinen Prinzessin gerne ihren neuen fahrbaren Untersatz spendiert. Auch die, im Zuge der Marketingpolitik künstlich geschaffene Vielfalt an Variationen, ist mehr als fragwürdig. Einfallslose und völlig bescheuerte Modellbezeichnungen wie „Countryman“, „Paceman“ oder „Clubman“ scheinen für das vom Konsumwahn verblendete Kundenhirn nicht abschreckend genug zu sein. Die Namen erinnern eher an Rasenmäher als an ein Frauenfahrzeug und lassen darauf schließen, dass irgendein zugekokster Marketinghipster einen Höhenflug durchlebt haben muss, und sich in diesem Moment wohl für besonders kreativ hielt. Das degenerierte Design eines angeblichen Kleinwagens mit einer Doppeltür am Heck, setzt dem Gipfel von groteskem Wahnwitz die Krone auf.

Wer so etwas dann auch noch voller Stolz als Statussymbol spazieren fährt, den kann man guten Gewissens als geistig minderbemittelt bezeichnen. Da die Fahrer solchen Designerschunds zu 90 % markenbewusste Frauen sind, die bereits iPhone, Applewatch und Gucci-Handtasche ihr eigenen nennen, erübrigt sich jeder weitere Erklärungsversuch. Kurzum: Ein Debilitätszeugnis, das auf den Straßen der Welt nicht fehlen würde.

Red Bull

Das im Jahr 1987 gegründete österreichische Unternehmen vertreibt einen allseits bekannten Energydrink und gibt jährlich mehr Geld für Marketing aus, als für die Herstellung seiner Produkte. Das sagt eigentlich schon alles. Irgendwie muss man dieses, nach Gummibärchen stinkende Zuckerwasser, ja schließlich an den Mann bringen. Der Nährwert dieses Gesöffs geht gegen Null und nach dem kurzzeitig aufputschenden Effekt ist man noch müder als vorher. Die angebliche Wirkung des viel und gerne beworbenen enthaltenen Taurins ist wissenschaftlich überhaupt nicht nachgewiesen. Dafür wird die volksverblödende Wirkung umso drastischer sichtbar. Eine Tasse schwarzer Kaffee wäre weit billiger, gesünder, ökologischer und hätte exakt den gleichen Effekt. Aber mit einer herkömmlichen Tasse Kaffee, muss man auch kein Formel-1-Team, keine Fallschirmsprünge aus dem Weltraum, keine Flugshows und sonstige aberwitzige Formen der dekadenten Ressourcenverschwendung finanzieren.

Wie alle anderen unnützen Produkte hat allerdings auch dieses eine Zielgruppe, deren Hauptmerkmal eine verminderte und von Konsumzwang zerfressene Denkleistung ist. Die Fans reden sich ein, dass das Zeug einen besonderen Effekt habe oder es ihnen schmecken würde. Da frage ich mich, unter welchen geschmacklichen und geistigen Verirrungen man leiden muss, um solcherlei Argumente anzuführen. Bezüglich der erdachten besonderen Wirkung, könnte man von einem Marketingplazebo sprechen, den Geschmack betreffend bliebe nur die Vermutung, dass bereits die letzte Windung des Areals der Großhirnrinde vom Industriezucker zugesetzt wurde. Objektiv betrachtet, gibt es keinen Grund, Red Bull zu konsumieren. Ein überaus gehaltloses Produkt, welches ich in keinem Supermarktregal vermissen würde.

Nestlé

Der weltgrößte Lebensmittel-Konzern der Welt mit Sitz in der Schweiz, gelangte mehr durch seine mutmaßlichen kriminellen Machenschaften, als durch seine eigentlichen Produkte zu trauriger Berühmtheit. Ob nun Pferdefleisch in der Lasagne, die rigorose Ausbeutung von Trinkwasserquellen in Afrika oder genmanipulierte Schokoriegel, die Liste an Verfehlungen scheint schier endlos lang. Und dennoch erwirtschaftet dieses unsägliche Unternehmen, dank einer desinformierten und vor Gleichgültigkeit strotzenden Konsumentenherde, jährlich Milliardengewinne. Die Unterstützung von Kinderarbeit ist ja auch völlig in Ordnung, solange es nicht die Eigenen sind. Wen interessiert schließlich schon das Schicksal von ein paar Schwarzafrikanern, denn wo ist eigentlich überhaupt dieses Afrika? Um das Gewissen zu beruhigen, belohnt man sich erst einmal mit einer Tafel Schokolade aus unfair gehandelten Kakaobohnen. Neben Zwangsarbeit, Menschenhandel und Umweltzerstörung glänzt diese Firma auch im Erschaffen von überflüssigen Produkten als lukrative Einnahmequelle.

Ein Musterbeispiel hierfür ist der Kapselkaffee. Dessen Existenzberechtigung fußt alleine auf der hemmungslosen Bereicherung des Konzerns, durch einen artifiziell erzeugten Lifestyle, den niemand braucht. Die Zielsetzung hierbei ist, dass sich der geschätzte Kunde eine solche Kapselmaschine kauft, um dann zeit seines Lebens auf die Versorgung von Nestlé, als selbstlosen Lieferanten von maßlos überteuerten Kaffeekapseln angewiesen zu sein. Als angenehmer Nebeneffekt werden dabei jährlich sogar noch geschätzt 5000 Tonnen giftiger Aluminium- und Plastikmüll produziert, alleine in Deutschland. Angesichts einer solch erdrückend schlechten Öko-Bilanz hilft es auch nicht mehr, dass der gute George Clooney sich als Werbemaskottchen für Nespresso prostituiert. Zum Glück hinterfragen immer mehr Menschen diese absurden Praktiken und bringen derartige Firmen damit in Bredouille.

Diese sind natürlich um keine Ausrede verlegen und faseln was von ausgeglichener Öko-Bilanz durch Recycling und die effizientere Verwertung von Kaffee, was natürlich nicht mehr als eine Milchmädchenrechnung und somit ausgemachter Bullshit ist. In der Blüte ihrer seelenlosen Plattheit, das Hirn von Gier zerfressen, scheinen die Verantwortlichen überhaupt nicht imstande zu sein, das Konzept an sich als grundlegendes Problem zu erkennen. Paradoxe Fehlgeburten wie die „umweltfreundliche Nespressokapsel“ resultieren aus geistiger Beschränktheit und ökologischem Unverständnis, gepaart mit gewissenlosem Selbsterhaltungstrieb, als Gipfel der Perversion. Gleichermaßen verhält es sich mit kranken Ideen, wie der Vermarktung von Muttermilchersatz, welchen man in dummdreister Perfidie und mittels irreführender Werbeversprechen, als die „bessere Muttermilch“ anpreist.

Nicht einmal wenn ich mein Kind hassen würde, würde ich ihm freiwillig diesen Industrieabfall vorsetzen. Fazit: Ein Konzern, ohne den unsere Welt definitiv schöner wäre.

Ed Hardy

200 € für einen lumpigen Fetzen Stoff ausgeben? Kein Problem bei Ed Hardy. Ein inzwischen verstorbener Mann namens Christian Audigier kam auf die Idee, die Motive eines Tattookünstlers auf T-Shirts zu drucken und die Kleidungsstücke im Anschluss für ein Vermögen zu verhökern. Wow, was für ein origineller Einfall. Das Konzept ging auf und wurde zur Gelddruckmaschine, da sich tatsächlich genügend Halbprimaten fanden, die offensichtlich nicht wussten, wohin mit ihrem Geld. Wo der tatsächliche Bedarf für solch ein überteuertes Teil liegt, will sich meinem rationalen Verstand jedenfalls nicht erschließen. Ed Hardy habe ich hier allerdings nur stellvertretend für eine ganze Reihe an Konzernen aufgeführt, die alle nach dem gleichen Prinzip arbeiten. Armani, Gucci, Dolce & Gabbana und wie sie alle heißen, sind natürlich keinen Pfifferling besser.

All diese Marken manifestieren in den Köpfen ihrer Opfer das morbide Trugbild einer Gesellschaft, die das Konsumieren ihrer Produkte verlangt, um nicht ausgestoßen zu werden. Die Qualität genannter Erzeugnisse ist in der Regel minderwertig, sowie unter menschenverachtenden Bedingungen produziert und man bezahlt ausschließlich für den Namen. Erschreckend ist, wie viele Menschen tatsächlich dumm genug sind, darauf hereinzufallen. In meinem Kleiderschrank findet sich nichts dergleichen und das ist auch gut so.

Marken: Fazit

Eines haben all diese Marken gemeinsam. Ihr Lebenselixier ziehen sie aus der exzessiven Verarsche ihrer Kundschaft, durch geschickten Marketing-Psychoterror und widernatürliche Bedarfserzeugung. Sie verschwenden Unmengen an Ressourcen, schädigen gewissenlos die Umwelt und bedienen sich an den Vorzügen der modernen Sklaverei. Natürlich ist das Angebot immer von der Nachfrage abhängig. Ohne Nachfrage kein Angebot, also muss man genau dort ansetzen. Der erste Schritt ist der gezielte Boykott solcher Unternehmen, um so, einem zukunftsunfähigen Kapitalismus den Nährboden zu entziehen. Je mehr Leute mitmachen, umso schneller werden diese Labels von der Bildfläche verschwinden. Die Macht über die Marken liegt also einzig und allein beim Konsumenten, er muss nur Gebrauch davon machen.

Aber um das zu erkennen, fehlt einem Großteil der Menschheit wohl die notwendige Geisteshaltung. Den realen Bedarf, für eine nachhaltigere und sozialere Wirtschaft in die Köpfe zu pflanzen, scheint eben doch weitaus komplexer zu sein.

Auf welche der Marken könnte man am ehesten verzichten?

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