Der Hägglund-Todesmarsch

Hägglund

Gestern stieß ich auf einen Artikel, in welchem darüber berichtet wurde, dass 200 Gebirgsjäger vom Bataillon 232 zu einem NATO-Großmanöver nach Estland an die russische Grenze abkommandiert wurden. Codename: Igel. Weiter wurden zu diesem Zweck 40 Kettenfahrzeuge vom Typ „Hägglund“ verladen. Da kam mir doch fast das Lachen aus. Schon jetzt sehe ich vor meinem inneren Auge ehrfürchtig zitternde russische Soldaten, die sich vor lauter Angst erst mal ein paar Flaschen Wodka hinter die Binde kippen. Es scheint, als hätten die NATO-Kriegstreiber aus der Geschichte nichts gelernt. Vermutlich brauche ich niemanden darüber aufzuklären, was mit den letzten deutschen Soldaten passierte, die einst in Richtung Russland marschierten.

Eine sinnlose Provokation, mit der sich vor allem die rollenden Überreste unserer sogenannten „Verteidigungsarmee“ vollends der bloßen Lächerlichkeit preisgeben. Die niedlichen Hägglunds sind scheinbar ein Teil des stetig schrumpfenden Inventars der Bundeswehr, welches man noch als betriebsbereit bezeichnen kann. Sollte der rechtschaffene Hägglund-Pilot nicht genauestens wissen, wo die Grenze verläuft, droht ein hoffnungsloses Himmelfahrtskommando. Diese leicht gepanzerten Kettenfahrzeuge sind zwar äußerst wendig und geländegängig, mehr aber auch nicht. Spätestens bei der ersten Begegnung mit einem russischen Panzer sollte das Hägglund umgehend von seiner Geländegängigkeit Gebrauch machen. In diesem Fall bliebe zu hoffen, dass es mit seinen 52 km/h Höchstgeschwindigkeit den nächstgelegenen Waldrand erreicht, noch bevor sich der sowjetische Panzerkommandant von seinem Lachanfall erholt hat.

Andernfalls sei den deutschen Soldaten der zeitnahe Ausstieg aus dem Vehikel empfohlen, bevor dieses jämmerlich knackend unter den Ketten des T-14 zermahlen wird. Dieser bringt es nämlich trotz der achtfachen Masse eines Hägglunds immerhin auf 90 km/h Spitze. Wenn man beim Anblick eines granulierten Hägglunds unweigerlich an einen überfahrenen Igel denkt, dann wird dem Codenamen dieses hirnrissigen Manövers eine gänzlich neue Bedeutung zuteil. Im Zweifelsfall taugen die Fahrzeuge der deutschen Bundeswehr also nicht einmal zur Flucht. Natürlich könnten die knapp dem Tode Entronnenen nun zum Gegenschlag ausholen und ihre schiefläufigen Plastikgewehre mit dem NATO-Spielzeugkaliber 5,56 mm auf den Feind werfen. Das bestmögliche Resultat wäre ein erneuter Lachflash der russischen Gegenseite, der das Finale noch für ein paar Sekunden hinauszögert, bevor Wladimir Wladimirowitsch Putin den germanischen Landsern höchst persönlich, mit nacktem Oberkörper auf einem Bären reitend, einen Pfeil zwischen die Augen jagt. Lediglich eine Transall könnte noch als Rettung dienen, in dem sie mit rauchenden Triebwerken vor dem Feind im Boden einschlägt.

Welch ein schmähliches Ende für die mit wehenden Fahnen entsandte Elite einer kriegslüsternen Wertegemeinschaft. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, das Gespräch mit der Supermacht zu suchen, anstatt mit einer possierlichen Hägglund-Delegation an der Feindlinie aufzulaufen. Diese vermag die Gegenseite bestenfalls mit ihrer mitleiderregenden Peinlichkeit zu schockieren. Das infantile Ansinnen, den Erzkontrahenten mit solch einer unausgegorenen Nuance beeindrucken zu wollen, zeugt lediglich von diplomatischer Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit. Selbst der als ewiger Bösewicht stigmatisierte Kim Jong Un geht zwischenzeitlich mit besserem Beispiel voran, in dem er atomare Abrüstung verkündet und das Gespräch mit seinen Nachbarn sucht. Wer hätte gedacht, dass ein nordkoreanischer Diktator einmal als Vorbild für deutsche Politiker dienen könnte. Zumal der Nordkoreaner auch noch seine eigenen, anstelle US-amerikanischer Interessen vertritt.

Hägglund vs T-14

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