Die rechte Doppelmoral

Doppelmoral

Wer in einem Rechtsstaat rechtskräftig zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde und anschließend nicht zum Haftantritt erscheint, der wird für gewöhnlich von der Polizei zu Hause abgeholt. Soweit nichts Besonderes. So erging es diese Woche der bekannten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Wer im 21. Jahrhundert wider besseren Wissens den Holocaust öffentlich leugnet und somit die Opfer dieses Genozids auf unsägliche Weise verhöhnt, hat es nicht besser verdient. Da hilft es auch nichts, wenn sich betreffende Volksverhetzerin bereits im greisen Alter befindet. Ich persönlich wäre geneigt, den Geisteszustand dieser bedauernswerten Person anzuzweifeln, der Amtsarzt attestierte jedoch deren Haftfähigkeit. Ein Vorgehen, ganz im Sinne der Rechtsstaatlichkeit also. Wären da nicht die schreienden Rechten, die nun, ewig betrogen und vor Selbstmitleid triefend, auf die Barrikaden gehen. Der Auswuchs einer überaus grotesken Doppelmoral.

Wo man andernorts die Umsetzung geltenden Rechts und drakonische Strafen fordert, beweint man nun vom braunen Sumpf aus die rechtsradikale Heldin und Enthüllerin der „Wahrheit“. Heuchlerisch verhallt die Forderung nach einer härteren Justiz plötzlich im Wehklagen ob dieser grausamen Ungerechtigkeit. Wäre Frau Haverbeck dunkelhäutig gewesen und hätte einen Schokoriegel gestohlen, dann wäre das Abhacken beider Hände allerdings die Mindestforderung der rechtsversifften Moralisten gewesen. Hemmungslos hätte man auf die deutsche Kuscheljustiz eingedroschen und mindestens die konsequente Abschiebung gefordert. Im Falle der Straftäterin Ursula Haverbeck wurde geltendes Recht konsequent umgesetzt und nun ist es auch wieder nicht recht. Es scheint schier unmöglich, es den Rechten recht zu machen. Zumindest nicht im Rahmen des Rechtsstaates. Deshalb würden sie diesen auch am liebsten abschaffen, am Stammtisch faschistoid in den guten alten Zeiten schwelgend und schwer gezeichnet von der eigenen Paradoxie.

Die geschichtsvergessene Doppelmoral strotzt vor Denkfehlern

Dabei scheinen sie jedoch zu verkennen, dass sie im Falle des nationalsozialistischen Regimes im Dritten Reich, die ersten Opfer ihrer eigenen xenophoben Ideologie geworden wären. Dort wurden nämlich geistig Zurückgebliebene und als asozial Stigmatisierte kurzerhand in Konzentrationslager deportiert. Um diesen Zusammenhang nachvollziehen zu können, mangelt es derartigen Individuen freilich am notwendigen Intellekt. Ein Rindvieh wiegt sich eben auch in der Sicherheit seines Herren, bis es schließlich schweren Schrittes zur Schlachtbank gezerrt wird. So gibt man sich weiterhin larmoyant der Mär vom „armen Deutschland“ hin, in dem pöbelnde Asylanten viel zu milde und ehemals mordende KZ-Aufseher viel zu hart bestraft werden. Schließlich hatten diese armen Greise doch keine Wahl, als sie hingebungsvoll jüdische Kinder ihrer Eltern entrissen und diese anschließend ohne ein Wimpernzucken hinrichteten.

Laut geschichtsvergessenen Intelligenzbestien wie Ursula Haverbeck sind diese Gräueltaten bloße Erfindungen eines zionistisch unterwanderten Staatsapparats. Zum Glück verjährt Mord nicht und auch grenzenlose Dummheit ist in einem Rechtsstaat durchaus bestrafungsfähig. An dieser Tatsache vermag auch die braune Trollarmee nichts zu ändern, die nun wieder, an schwersten Formen von Illettrismus und mangelhafter Artikulationsfähigkeit leidend, parolenschwingend durch die Internetforen und sozialen Medien wütet. Die dümmlichen Neonazis sind eben nicht nur von ahistorischer Doppelmoral geschwängert, sondern obendrein auch noch schlechte Verlierer.

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