Deutschland im Fußball-Wahn

Fußball

Mexiko hat Deutschland 1:0 geschlagen – und das völlig zurecht. Abgesehen davon, dass Deutschland auf russischem Boden noch nie eine besonders gute Figur machte, war die gezeigte Leistung eines amtierenden Weltmeisters mehr als unwürdig. Während die mexikanische Mannschaft einfach Fußball gespielt hat, stümperten und stolperten die deutschen Spieler unkoordiniert und desorientiert über das Feld. Außer ein paar billigen Fouls, Fehlpässen und kokettierendem unsportlichem Lamentieren gegenüber des Schiedsrichters war von deutscher Seite nicht viel zu sehen. Somit knüpfte „Die Mannschaft“ nahtlos an die schwächliche Leistung aus der EM 2016 und den jüngsten Testspielen an. Abgesehen davon müsste einer Mannschaft, die ein Testspiel gegen Österreich verliert und sich gegen Saudi-Arabien mit ach und krach retten kann, der WM-Titel nachträglich aberkannt werden.

Auch der Erdogan-Arschkriecher vermochte auf dem Feld nichts zu reißen. Allerdings hat das auch niemand erwartet. Würde Deutschland wirklich konsequent hinter seinen ideologischen und demokratischen Grundsätzen stehen, die es nach außen hin immer so schön scheinheilig vertritt, hätte man die peinlichen Vögel Özil und Gündogan ohnehin aus der Nationalmannschaft ausschließen müssen. Spätestens nach dem verdienten Tor der Mexikaner vermag man sich vorzustellen, wie sich der Bundestrainer den Sack wund gekratzt haben muss. Manches Blatt berichtet nach der Niederlage sogleich von einer Überraschung. Dies ist jedoch mehr als naiv, denn man musste wahrlich kein Fußball-Kenner sein, um das vorauszusehen. Bereits bei der letzten Europameisterschaft haben die unterbelichteten deutschen Fußball-Millionäre gezeigt, dass sie nicht einmal die einfachsten Grundregeln ihres Spiels beherrschen.

Durch Fouls und Handspiele im Strafraum, verschenkten sie völlig unnötige Elfmeter an die Gegner. Frankreich wusste diese Chance im Halbfinale umgehend erfolgreich zu verwandeln. Da halfen auch Weltmeister-Lorbeeren und dümmliches Geheule nicht. Immerhin hat man es im Jahre 2018 geschafft, Schweinsteiger endlich aus dem Team zu lassen, nur etwa zwei Jahre zu spät. Vielleicht kann er nun endlich mit seiner Karriere als Handballer durchstarten. Mir ist es allerdings egal, da ich mit Patriotismus und Nationalstolz sowieso nicht viel anfangen kann. Man muss es sportlich sehen, als das, was es ist: Ein Spiel, in dem 22 Millionäre einer mit Luft gefüllten Schweinsblase hinterherrennen. In einem Spiel gewinnt nun einmal der Bessere. Und heute verhielt sich die deutsche Elf auf dem Platz wie ein erbärmlicher Haufen Pudel.

Nach der letzten unrühmlichen Meisterschaft schwor ich mir allerdings, diese Art von Event zukünftig zu boykottieren. Aber dank Gruppenzwang des sozialen Umfeldes kommt man ja dann doch nicht wirklich aus. So kann ich mich zumindest für die Mexikaner freuen, wobei mein persönlicher Favorit nach wie vor die isländische Mannschaft ist. Diese besteht überwiegend aus nebenberuflichen Fußballern, die den überbezahlten und völlig überbewerteten Argentiniern gezeigt haben, wo der Hammer hängt. Nach dem versauten WM-Auftakt der Deutschen, werden die kommenden Spiele umso interessanter. Vielleicht ist dieser Dämpfer die letzte Chance, um die ewigen Träumer endlich in die Realität zurückzuholen.

Als „Weltmeister der Herzen“ gewinnt man heute jedenfalls keinen Blumentopf mehr. Allerdings hat Deutschland auch weit größere Probleme, als Fußball-Ergebnisse. Doch sind Brot und Spiele seit je her ein probates Mittel, um von schwerwiegenden politischen Verfehlungen abzulenken. Deshalb sehe ich mich als Verfechter einer strikten Trennung zwischen Staat und Sport.

Meinung zum WM-Auftakt

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