Die AfD-Währung

Währung

Die AfD hat jetzt ihre eigene Währung. Das ist toll. Nicht nur xenophober Hass, sondern neuerdings auch Euro-Scheine, auf die ein vermeintlicher Ausländer, Asylant oder Flüchtling einen menschenverachtenden Text geschmiert hat, welcher sich explizit gegen Deutsche bzw. deutsche Frauen richtet. Seit einigen Tagen kursiert das Bild einer solchen beschmierten Banknote wieder im Internet, hauptsächlich in den sozialen Medien. Rein zufällig landete dieser Geldschein im Besitz einer AfD-Funktionärin und soll an einem Geldautomaten einer Sparkassenfiliale ausgegeben worden sein. Die haben aber auch wirklich kein Glück, diese AfDler. Oder doch? Zwischenzeitlich widmete sich die Enthüllungs-Plattform Mimikama dem Phänomen der afd-eigenen Propaganda-Währung und verfasste auch einen Artikel dazu. Schon vorher soll eine beschmierte 50-Euro-Banknote mit dem gleichen Text und dem identischen Schriftbild aufgetaucht sein. Mittlerweile ist es ein 10-Euro-Schein und es soll gleich mehrere davon geben.

Da Mimikama die Sache mit den verschiedenen Scheinen bereits behandelt hat und auch die Unwahrscheinlichkeit konstatierte, dass ein solcher Schein aus einem Geldautomaten stammt, will ich darauf gar nicht weiter eingehen. Mir genügt lediglich ein Exemplar, um festzustellen, dass es sich um ein Fake handelt. Während sich Mimikama diesbezüglich sehr vorsichtig ausdrückt, was ich ihnen auch nicht verübeln kann, bezeichne ich diese Geldscheine kurzerhand als das, was sie sind: Propagandistische Fälschungen der übelsten Sorte, die einzig und alleine dem Zweck dienen, Fremdenhass zu schüren und niederste Instinkte bei der potenziellen Wählerschaft der AfD zu erwecken. Rechtliche Drohungen, welche wie üblich von Seiten der AfD bereits geäußert wurden, um etwaige linksversiffte Kritiker mundtot zu machen, beeindrucken mich wenig. Die AfD soll erst einmal die Echtheit der beschmierten Banknoten beweisen. Faktisch ist dies jedoch unmöglich.

Ich hingegen werde selbst strafrechtliche Schritte gegen die böswilligen Verbreiter dieser Geldschein-Bilder prüfen, da hier offenkundig Verleumdung und Volksverhetzung als Triebfeder für primitivsten Wahlkampf eingesetzt werden. Diese Art der Diskreditierung von unliebsamen Menschen kennt man bereits bestens aus dem Dritten Reich. Ich bezweifle jedoch, dass der Bildungsstand der Verantwortlichen ausreicht, um diesen geschichtlichen Bezug zu erkennen, auch wenn man sich in AfD-Kreisen gerne als Akademiker-Partei inszeniert und dort auch den einen oder anderen rechtsradikalen Geschichtslehrer beherbergt. Was aber macht mich eigentlich so sicher, dass es sich um eine Fälschung handelt, abgesehen von den zufälligen Zufällen und den Fakten, die Mimikama bereits dargelegt hat?

Währung

Als jemand, der sich sehr viel mit Sprache beschäftigt und unter anderem verschiedenste Fremdsprachen erlernt hat, ist für mich offensichtlich, dass sich der Verfasser dieser Botschaft vermutlich noch nie in seinem Leben eine fremde Sprache angeeignet hat. Hier meine Analyse:

Doppellaute

Bei „all“ wird der Doppellaut korrekt gesetzt, lediglich das „e“ fehlt. Bei „dan“ und „Scheise“ hingegen fehlt der Doppellaut. Wäre der Verfasser der Doppellaut-Schreibung tatsächlich nicht mächtig oder sich ihrer nicht bewusst, hätte er wohl eher dazu tendiert „ale“ zu schreiben.

Groß- und Kleinschreibung

Eines der ersten Dinge, die ein Deutsch-Lernender als Besonderheit unserer Sprache kennenlernt, ist die Groß- und Kleinschreibung. Nomen und Eigennamen werden großgeschrieben. Wer in der Lage ist, einen solchen Satz zu schreiben, der weiß auch, was ein Nomen ist. Ich wage die Behauptung, dass jemand, der die Grundregeln der Groß- und Kleinschreibung nicht beherrscht oder sich derer unsicher ist, schlicht alles klein schreiben würde. Die Großschreibung der Wörter auf dem Geldschein wirkt willkürlich ausgewählt und entbehrt jeglicher Logik.

Das Verb „machen“

„Machen“ ist eines der am häufigsten in der deutschen Sprache verwendeten Verben. Deshalb gehört es auch zu den ersten Verben, mit welchen ein Deutsch-Lernender konfrontiert wird. Unwahrscheinlich, dass er gerade dieses Verb falsch schreiben würde, zumal die Verbform im Infinitiv korrekt angewandt wurde.

Die konsequente Auslassung des Buchstaben „C“

Wie auch die Kollegen von Mimikama bereits festgestellt haben, wurde der Buchstabe „C“ konsequent ausgelassen. Gerade ein Deutsch-Lernender oder jemand, der sich in Deutschland aufhält, wüsste zumindest um die Existenz des Lautes „sch“, da dieser in unserer Sprache allgegenwärtig ist. Alleine schon deshalb, weil „sch“ in „Deutsch“ und „Deutschland“ vorkommt. Ein weiteres Indiz ist die konsequente Auslassung des C als solche. Selbst ein willkürlicheres Setzen der Cs wäre glaubhafter gewesen.

Das Adverb „tot“

Einer der häufigsten Rechtschreibfehler bei Ausländern und vor allem auch bei Deutschen ist die Unterscheidung zwischen den Wörtern „tot“ und „Tod“. Meist wird das Wort „tod“ fehlerhaft als Adjektiv bzw. als Adverb eingesetzt. Warum sollte jemand, der angeblich nicht einmal weiß, dass das deutsche Alphabet über ein C verfügt, ausgerechnet diesen Fehler nicht machen? Zufall?

Das Schriftbild

Auffallend ist die gut leserliche Druckschrift, in welcher die Buchstaben signifikant nach links fallen. Die Schrift ist von einer extremen Unregelmäßigkeit, die sie wirken lässt, als habe jemand seine Handschrift absichtlich verstellt. Sie ist zudem derart kantig und abgehakt, dass sie alleine deshalb schon unglaubhaft wirkt. Besonders auffallend ist das letzte „a“ bei „mahen“, welches komplett von den anderen abweicht. Zu erkennen ist deutlich, dass die Buchstaben mindestens einmal nachgezogen wurden, als hätte der Kugelschreiber nicht richtig funktioniert. Für einen schlecht angehenden Kugelschreiber ist aber die Schriftfülle wiederum zu regelmäßig und die Druckspuren im Material wären zumindest sichtbar. Eine weitere grafologische Analyse erspare ich mir an dieser Stelle.

Die Analyse des Geldscheins erhebt keinen Anspruch auf fachliche Richtigkeit, sondern spiegelt lediglich meine persönliche Meinung wieder, welche wiederum durch meinen eigenen Erfahrungsschatz geformt wurde.

Für mich wird hier mehr als offensichtlich, dass ein Mensch niemals so schreiben würde. Es handelt sich aus meiner Sicht definitiv um eine Fälschung. Das mit der eigenen Hetz-Währung und dem Fälscher-Handwerk muss man bei der AfD wohl noch üben. Wieder einmal bestätigt sich meine These, dass Dumme dazu neigen, andere für dumm zu halten. An Stümperhaftigkeit ist dieser jämmerliche braune Diffamierungsversuch wohl kaum noch zu überbieten. Zu hoffen bleibt abschließend, dass zumindest der Verfassungsschutz in dieser Sache tätig wird.

Die afd-eigene Währung

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