Ein feuchter Traum geht zu Ende

Traum

Was sich im Vorfeld lange anbahnte, ist nun Realität. Die deutsche Nationalmannschaft ist das erste Mal in der Geschichte des Fußballs in einer WM-Vorrunde ausgeschieden. Damit hat Jogi Löw etwas geschafft, was vor ihm noch keiner geschafft hat. Aus sportlicher Sicht ist das natürlich bitter. Und dann kommt auch noch dieser Rabotnik daher und packt die Peitsche aus. Was kann es auch Schöneres geben, als voller Schadenfreude auf jemanden einzutreten, der schon am Boden liegt? Aber mal im Ernst. Hat wirklich jemand damit gerechnet, dass Deutschland mit dieser jämmerlichen Gurkentruppe noch einmal Weltmeister wird? Dass dies nur ein feuchter Traum gewesen sein kann, war selbst für Leute ersichtlich, die wenig Ahnung von Fußball haben. Leute wie ich.

Viel besorgniserregender ist jedoch die Botschaft, welche hinter diesem ganzen Sportereignis steht, das bereits in vielfältiger Weise zum Politikum hochstilisiert wurde. In erschreckender Detailtreue spiegelten die deutschen Fußball-Spieler den Gesamtzustand ihrer repräsentierten Nation wieder. Anstatt eine Mannschaft aus jungen und hungrigen Nachwuchstalenten zu formen, wie es beispielsweise England derzeit gelungen ist, stellte der Bundestrainer störrisch immer und immer wieder die gleichen alten Chancentode auf den Platz. Diese faulen Fußball-Millionäre stapften behäbig über das Feld, arrogant und sattgefressen, ohne Teamgeist und längst überholt. Die vollständige Ignoranz dessen, gepaart mit einer dümmlich-nationalistischen Überheblichkeit, bildet den derzeitigen Zustand dieses Landes perfekt ab.

Mit derartigem Standfußball und Trantüten wie Khedira, Özil oder Gündogan im Kader, hätte man selbst gegen einen österreichischen Drittligisten schlechte Karten. Und auch ein Müller wirkte nur noch träge und scheint seine besten Zeiten hinter sich zu haben. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, wenn man gegen einen Fußball-Zwerg wie Korea verdient verliert. Hier bewährte sich auch der Videobeweis, weshalb das erste Tor der Koreaner fair und völlig zurecht gewertet wurde. Die Vorlage für den Treffer, lieferte Kroos gleich selbst. Neuer, der bis dato beste Mann auf deutscher Seite, rannte kurz darauf wie vom Hafer gestochen aus seinem Kasten und schien das zweite koreanische Tor im Anschluss von der Mittellinie aus zu beobachten.

Mehr braucht man zu diesem Spielverlauf eigentlich nicht mehr sagen. Anstatt die Niederlage mit Würde und Fassung zu tragen, rannte Die Mannschaft nur noch kopflos wie eine Herde aufgeschreckter Tiere über den Rasen. Wenigstens Boateng war aufgrund seiner Sperre draußen, sonst hätte dieser womöglich noch mehr Schaden angerichtet. Nein, diese Mannschaft gehört dringend überholt. Ebenso, wie Deutschland aufpassen muss, dass es nicht langsam überholt wird. Fehlender Zusammenhalt, eine smartphone-behinderte Generation an übersättigten jungen Menschen, die sich allesamt zu Höherem berufen fühlen und ein neu aufkeimender Nationalismus drohen Deutschland auf dem Weltwirtschaftsmarkt künftig vor massive Probleme zu stellen.

Während unsere Führung mit einem blondierten und rassistischen Vollproleten um des Kaisers Bart streitet, einen Putin sanktioniert, und dann in dessen Land mit den Speichelleckern eines menschenverachtenden türkischen Despoten auf dem Fußballfeld aufläuft, verkennen wir, wie weit wir bereits vom Weg unserer eigenen Glaubwürdigkeit abgekommen sind. Länder wie China hingegen nutzen ihre Chance und ziehen an uns vorüber, ohne dass jemand davon Kenntnis nimmt. Die Zeit der Lorbeeren ist vorbei, kann man da nur sagen. Deshalb ist dieses Fußball-Ergebnis für mich kein Grund Tränen zu vergießen, geschweige denn, jemanden zu hassen.

Es ist viel mehr ein deutliches Signal, dass sich etwas ändern muss. Deutschland hat wahrlich bedeutendere Probleme, als den von Naivität geschwängerten Traum vom ewigen Fußball-Weltmeister.

Deutschland und sein Fußball-Traum(a)

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