Die große Beförderung

Beförderung

Dass fachliche Inkompetenz, mangelndes Artikulationsvermögen und maßlose Dummheit im Kabarett der deutschen Politik hofiert und belohnt werden, hat seit je her Tradition. Insofern ist auch die jüngste Beförderung des einstigen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen nicht weiter verwunderlich. Die damit verbundene Gehaltserhöhung von 11577,13 € auf 14157,33 € monatlich, kann man getrost als Stiefeltritt in das Gesicht eines jeden ehrlichen Steuerzahlers bezeichnen. Der rechtsradikale Spitzenpolitiker Alexander Gauland würdigte Maaßens herausragende Dienste und bemerkte in gewohnt krudem Jargon, dass dieser der Bundesrepublik Deutschland treu gedient habe. Den Satz, seine Ehre heißt Treue, konnte er sich im Zuge seiner unsäglichen Lobhudelei um des Provozierens Willen, wohl gerade noch so verkneifen. Wieder einmal hängt ein Musterbeispiel an charakterlicher Verfehlung auf der ganzen Linie, in all seiner Eklatanz, wie ein Neodym-Magnet am moralischen Kompass der Bundesregierung.

Beweisvideos, die rechtsmotivierte Straftaten gegen Menschen zeigen, als „keine belastbaren Informationen“ abzutun und deren Echtheit in dilettantisch-dümmlicher Weise öffentlich anzuzweifeln, ist wohl nicht mehr, als ein Vogelschiss in der Karriere dieses überaus ehrbaren Amtsträgers, dessen höchste Aufgabe eigentlich der Schutz der Deutschen Verfassung hätte sein sollen. Letztendlich sorgte ausgerechnet die SPD, welche gemeinhin mehr für ihre Rückgratlosigkeit als für ihre Tatkraft bekannt ist, mit der Drohung des Koalitionsabbruchs, für die harte Konsequenz. Was für einen kleinen Arbeiter mindestens eine Existenzbedrohung in Form einer fristlosen Entlassung bedeutet hätte, heißt für Maaßen, einen Aufstieg um zwei Gehaltsstufen und die zukünftige Bekleidung des Amtes des Staatssekretärs im Innenministerium. Eine Farce, die derart vor Dreck strotzt, dass dies eine sachliche Abhandlung der Thematik kaum noch möglich macht.

Doch Gauland steht mit seinem Lob nicht alleine da, sondern auch sein heimlicher Gesinnungsgenosse Seehofer bläst ins gleiche Horn und schätzt Maaßens „Kompetenz in Fragen der öffentlichen Sicherheit“. Spätestens hier wirft sich selbst dem Dümmsten die Frage auf, wie viel ewiggestrige und greisenhafte Einfältigkeit Bundespolitik eigentlich noch vertragen kann. Vonseiten der FDP heißt es hingegen, dass es nur Verlierer auf allen Seiten gebe. Das mag vielleicht rechtschaffen gemeint sein, ist faktisch jedoch falsch. Es gibt einen großen Gewinner und dieser heißt Dr. Hans-Georg Maaßen, Jurist seines Zeichens. Der einzige Verlierer ist wie immer der Bürger und Steuerzahler. Die stinkende Eiterbeule der höchstpolitischen Günstlingswirtschaft hat somit erneut an Umfang zugelegt.

Ob nun als Bundespräsident, Verteidigungsminister oder Behördenchef; man kann sich scheinbar alles erlauben und wird im Anschluss damit belohnt, wie die Made im Speck auf Kosten der Allgemeinheit leben zu dürfen, während man den kleinen Mann bereits wegen geringfügigster Schummeleien ungehemmt vors Schafott führt.

Maaßens Beförderung

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