Happy fucking Valentinstag

Valentinstag

Es ist wieder einmal so weit: Am 14. Februar findet alljährlich der Valentinstag statt. Als wäre der Februar an sich nicht so schon Tristesse genug. Männer, die zu diesem Zeitpunkt nicht in einer Beziehung leben, haben Glück. Sie müssen sich nicht dem oktroyierten Zwang dieses unsäglichen Kommerzspektakels unterwerfen. Aber was ist überhaupt der Valentinstag und warum sollten wir ihn feiern? Der im Jahre 469 eingeführte Tag geht auf den heiligen Valentinus zurück, der wohl ein Märtyrer war. Wegen eines Märtyrers, der sich vor rund 1500 Jahren geopfert hat, soll man nun seiner Liebsten mindestens einen sündteueren Strauß Blumen schenken, sie fein zum Essen ausführen oder sonst wie mit Geschenken überhäufen. Wo und wie hier genau die Brücke zwischen dem heiligen Valentinus und der romantischen Liebe geschlagen wird, mag sich niemandem so recht erschließen.

Ein ganzer Industriezweig partizipiert am Valentinstag

Wie vieles andere kann man daher auch den Valentinstag im Reich des ausgemachten Bullshits verorten. Wobei der Zusammenhang zwischen einem Mann, der abends von der Arbeit heimkehrt, um sich im Anschluss erst einmal von seiner unzufriedenen Partnerin rund machen zu lassen, und einem heiligen Geißelbruder, gar nicht so abwegig ist. Dank fortschreitender Emanzipation steht das Bild des modernen Mannes von heute, dem christlichen Märtyrertum von damals in nichts nach. Sollte der Gatte sich des Valentins-Zwangs etwa verweigern, drohen ihm schwerwiegende Konsequenzen. Von wochenlanger demonstrativer Missachtung seiner Person, einer öffentlichen Szene, bis hin zu Sexentzug oder dem heimlichen Missbrauch seiner Kreditkarte, um sich angemessen für den begangenen Frevel zu entschädigen, ist alles möglich. Angeführte Beispiele gehören allerdings noch zu den harmloseren. Eines kann der Gatte sich gewiss sein: Sein schweres Vergehen wird niemals in Vergessenheit geraten.

Valentinstag

Jeder Mann hat die Wahl. Er muss nur davon Gebrauch machen

Die moderne Frau möchte schließlich angemessen dafür entlohnt werden, dass sie das ganze Jahr über breitärschig und meckernd auf der Couch sitzt. Der Mann soll dafür das tun, was er ohnehin die meiste Zeit macht: den Geldbeutel weit auf. Dafür wird ihm vonseiten der Industrie eine künstlich generierte Pflichtschuld ins Hirn gepflanzt. Den Rest erledigen die Partnerinnen selbst. Mit Aussagen wie „Du weißt schon, dass morgen Valentinstag ist“ oder „meine Freundin hat dies und jenes zum letzten Valentinstag bekommen“, wird dem Sklaven bereits im Vorfeld unmissverständlich klar gemacht, dass er zu liefern hat. Tut er dies nicht, rennt er geradewegs ins vermeintliche Verderben. Tut er es auch nur ein einziges Mal, so erklärt er sich für die Ewigkeit zum willfährigen Knecht, der seine Eier mit Betreten der Wohnung an der Garderobe aufhängt.

Deshalb sollte sich jeder Mann an dieser Stelle genau überlegen, wie er sein Dasein innerhalb der Partnerschaft zukünftig fristen möchte. Ein valider Geist und eine gesunde Beziehung benötigen keinen derartigen Unfug. Da man sich in solchen Konstellationen ohne einen festgelegten Tag jederzeit mitteilen kann, dass man sich gerne hat, kann man der Valentinstags-Industrie getrost den Stinkefinger zeigen.

Das Brimborium um den Valentinstag

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