Der 12-Stunden Arbeitstag

12-Stunden

Im benachbarten Österreich wurde er 2018 umgesetzt, nun diskutiert man auch hierzulande darüber: Die Rede ist vom 12-Stunden Arbeitstag. Die CDU zählt als Befürworterin dieses fatalen Rückschritts und zeigt somit wieder einmal eindrucksvoll, wie sie sämtliche aktuellen wissenschaftlichen und empirischen Erkenntnisse, die eher eine gegenteilige Entwicklung befürworten, vollständig ignoriert. Bereits vor 100 Jahren wusste man, dass zu viel Arbeit dauerhaft krank macht und führte vernünftigerweise im Jahre 1918 den 8-Stunden Tag zum Schutze der Arbeitnehmer ein. Inzwischen weiß man, dass Menschen bei weniger Arbeitszeit sogar wesentlich produktiver arbeiten.

Natürlich weiß mittlerweile aber auch jedes dumme Kind, dass die CDU nichts anderes als ein Verband krimineller und ewiggestriger Wirtschaftslobbyisten ist, von denen ein Großteil noch nie in seinem Leben mit redlicher Erwerbsarbeit sein Geld verdienen musste. Umso weniger überraschend ist, dass man nun blindlings dem Beispiel der ähnlich gestrickten Politik aus Österreich zu folgen erwägt. Eine neue Dimension der modernen Sklaverei rollt somit auf uns zu. Selbstverständlich will man diesen Anachronismus den Menschen anders verkaufen.

Das Trugbild der Freiwilligkeit

Auch in Österreich erzählte man den Leuten, dass das mit den 12-Stunden ja alles nur freiwillig sei. Die Realität sieht anders aus, das zeigen bereits zahlreiche Beispiele. Viele Arbeitgeber spielen ihre Macht in skrupelloser Manier aus. Angestellte oder Bewerber werden systematisch unter Druck gesetzt, erpresst und genötigt, bis sie Knebelverträge unterschreiben, die den 12-Stunden Arbeitstag und die 60-Stunden Woche zur Pflicht erheben. Die stets hochgehaltene „Freiwilligkeit“ lässt sich dank eines halbgaren und mangelhaften Gesetzes leicht aushebeln.

Bei Verstößen hingegen haben die Arbeitgeber, abgesehen von lächerlich geringen Geldstrafen, wenig zu befürchten. Ein Arbeiter, der sich dem verweigert, kann dank fehlendem Kündigungsschutz kurzerhand wie ein Sack Müll entsorgt und gegen ein willigeres Exemplar ersetzt werden. Ein menschenverachtendes Gesetz, gemacht von seelenlosen Lobbyisten, für eingefleischte Kapitalisten. Gerade in ohnehin miserabel entlohnenden Ausbeuterbranchen wie Gastronomie, Hotellerie oder Pflege, trifft es diejenigen am härtesten, die in der Nahrungskette ganz unten stehen.

12-Stunden

Der 12-Stunden Tag hätte einen hohen Preis – für die Angestellten

Der Mensch wird zum Nutztier degradiert, sein Recht auf Freizeit aberkannt und sein Bedürfnis nach Erholung und ausreichend Schlaf der Bedeutungslosigkeit preisgegeben. Die langfristig daraus resultierenden Gesundheitsprobleme und das damit verbundene frühzeitige Ableben scheinen sogleich auf elegante Art eine gangbare Lösung für das Rentenproblem zu bieten. Wohin solche menschenfeindlichen Konzepte führen, kann man beispielsweise in Japan beobachten. Dort hat man aufgrund genau dieser Thematik seit Jahren mit einer hohen Suizidrate zu kämpfen. Ein düsteres Szenario, welches auf erschreckende Weise verdeutlicht, wie zynisch Kapitalismus in Reinkultur funktioniert.

Die rückwärtsgewandte Politik der stiefelleckenden CDU läuft also auch diesmal wieder voll am Zeitgeist und sämtlichen modernen Studien vorbei. Wir leben in Zeiten, in denen die Politik stets mit aller Macht darum bemüht scheint, das Leben des kleinen Mannes auf irgendeine Weise mühsamer zu machen und dessen Qualität zu verschlechtern. Deutschland ist auf dem besten Wege, geradewegs in eine finstere Dystopie zu laufen. Unter dem Gejohle von Wirtschaftsverbänden und Konzernen wird das arbeitende Volk am Nasenring durch die Arena des Feudalkapitalismus gezerrt.

Der CDU mangelt es am Blick über den Tellerrand

Unvermeidliche Zukunftsthemen wie soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit werden unter blanker Ignoranz begraben von Politikern, die zwar alle irgendetwas studiert haben, aber augenscheinlich trotzdem unfähig sind, einfachste kausale Zusammenhänge zu erfassen. Umso erschreckender ist, dass diese neoliberalen Menschenhändler noch immer von einem Großteil der deutschen Bevölkerung, aus Egoismus, Gier, automobiler Verliebtheit und Angst vor Veränderung gewählt werden.

Kein Angestellter auf der Welt sollte auch nur an einem einzigen Tag gegen seinen Willen 12 Stunden arbeiten müssen. Eine Regierung, die derart inhumane Ideen auf den Tisch bringt, ohne gleichzeitig ein geeignetes Konzept zum Schutz vor Missbrauch vorzulegen, sollte unmittelbar und unmissverständlich Widerstand aus der Bevölkerung zu spüren bekommen. Aber was das lautstarke Eintreten für seine Rechte betrifft, tat sich der gemeine Deutsche schon immer schwer. Es sei denn, es betrifft sein Auto.

Einführung des 12-Stunden Tages

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